Nach dem erfolgreichen Markthallen-Projekt „Die Markterei“ im Winter dieses Jahres beteiligte sich PEFC Austria im Mai und Juni erneut an einem Projekt des Architekturkollektivs mostlikely. Wieder wurde Holz innovativ für Gestaltungsmöglichkeiten im urbanen Raum verwendet. Es stammte dieses Mal von den PEFC-Betrieben Rema Hobelwerk/Bischofshofen, und Weiss GmbH/Flachau.

Die Küchenskulptur

Ein Ort und Zeichen der Gastlichkeit

“Die Küchenskulptur” ist ein 100 Meter langer Tisch, der sich seinen Weg durch das Gebäude in den öffentlichen Raum bahnt. Der rote Tisch besteht aus einfachen Holzbrettern und kann von den diesjährigen Festivalbeiträgen als Essenstafel, Kochbereich, Werkbank, Stehbar, Arbeitsfläche und Sitzfläche verwendet werden.

Die temporäre Werkstadt

Die Küchenskulptur wurde in einem offenen Workshop von den BewohnerInnen des Sandleitenhofes und dem Bockwerk unter der Leitung des Architekturkollektivs mostlikely gebaut. Dafür wird vor Beginn des Kunst- und Kulturfestivals Soho in Ottakring in der Festivalzentrale – ein leerstehendes Kino im Sandleitenhof – eine temporäre Werkstadt eingerichtet.

Abbau der Küchenskulptur

Zur Eröffnung des Festivals präsentiert sich “die Küchenskulptur” in voller Länge. Über die Dauer des 14-tägigen Soho Festivals wird “die Küchenskulptur” sukzessive abgebaut: die so wieder gewonnenen Bretter werden zu einem Bausatz für einen Hocker weiterverwendet. Mit diesem Bausatz kann sich jeder Festivalbesucher seine Sitzgelegenheit bauen und an dem langen Tisch Platz nehmen.

Zahlreiche Besucher konnten in den 14 Tagen die Küchenskulptur bewundern

Der Soho Hocker

Die Hocker werden in weiterer Folge als Möblierung der öffentlichen Bereiche und Plätze des Sandleitenhofes genutzt und setzen ein sichtbares Zeichen bis zum nächsten Festival. Oder aber man nimmt sich einen gegen einen kleinen Materialbeitrag mit nach Hause.

mostlikely`s „Sudden Workshop“ Prinzip

2 Brettformate, 1 Kappsäge Seit 2015 betreiben Andreas Lint und Mark Neuner das Format des “Sudden Work- shop”. Bei diesem Format beschränken wir uns bewusst auf Holzbretter in zwei unterschiedlichen Formaten. Diese Limitierung eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten: Es lässt die Werkzeugausstattung auf ein Minimum reduzieren und somit die Werkstatt mobil halten. Mit wenigen Handgriffen können wir uns schnell an verschiedenen Orten und Plätzen einrichten. Das direkte Bauen vor Ort sowie die leichte Bearbeitbarkeit des Materials setzt einen partizipativen Prozess in Gang. Schnelle Ergebnisse, der spielerische Um- gang mit Stadt und der gemeinsame Spaß am Selbermachen stehen im Mittelpunkt: Nicht die Perfektion, sondern der Prozess und das aktive Mitmachen sowie die Wirkungskraft des Gebauten zählen.

Mostlikely`s Format des Sudden Workshop ist auf eine Verbesserung unserer urbanen Lebensräume ausgerichtet und wird durch die Unterstützung engagierter Firmen, Instutionen und Menschen ermöglicht. Seit Anfang an sind der Verband der europäischen Hobelindustrie und der Holzlieferant Weiss treue Unterstützer. Desweiteren haben wir für das Projekt die “Küchenskulptur” Unterstützung von der Firma Rema (rote Holzlasur) und PEFC (Kennzeichen für nachhaltig geforstetes Holz) erhalten. Die Grätzeloase – ein Verein zur Belebung des öffentlichen Raumes – zählt auch zu unseren Unterstützern. ,
Für den Aufbau der Küchenskulptur haben wir mit dem Bockwerk kooperiert – ein vom Verein Ute Bock gegründetes Tischlerformat, bei dem Flüchtlinge einer sinnvollen Arbeit nachgehen können. Unterstützt wurden wir beim Aufbau auch von vielen freiwilligen Helfern.

Bild & Text: mostlikely

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